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Summer Breeze Open Air 2019

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Dinkelsbühl: vom 14.8. bis zum 17.8.2018 war es wieder so weit – Kurs setzen in Richtung Summer Breeze!Bereits zum dritten Mal wohnte ich dem alljährlichen Summer Breeze Festival bei, das eines der größten Metal-Festivals deutschlandweit ist. Hätten mein Smutje und ich nicht bereits Tickets für unser erstes Summer Breeze gehabt, wäre „Rock im Park“ wohl mein erstes und letztes Festival gewesen. So verbrachten wir aber unsere Flitterwochen dort gemütlich im Zelt bei bombastischer Musik, netten Leuten, wenig Müll und kurzen Wegen.

Tatsächlich wird es jedes Jahr noch besser, vor allem was Müll und Organisation betrifft. Neu waren zum Beispiel dieses Jahr der Wertstoffhof, auf den man seinen Müll bringen konnte, und eine Food-Sharing-Station, die Lebensmittel vor dem Müll verschont und gleichzeitig anderen Besuchern gratis Essen bot. Dort konnte ich kleine Soja-Vanillemilch-Päckchen erbeuten und an einem Kräuter-Geruchsspiel teilnehmen. Auch über die Dixies kann ich mich nicht beschweren, da sie meist mit etwas Grundreinigung sogar besitzbar waren.

Die Toiletten am Festivalgelände wurden sowieso gut gewartet aber auch am Campingplatz konnte man für 12€ etwas Luxus in den „Shit and Shower“ Stationen erwerben, die ebenfalls Reinigungspersonal für die WCs aufwiesen sowie die Möglichkeit zum (lauwarmen, wassersparenden) Duschen boten. Die Preiserhöhung von +2€ zum Vorjahr konnte man dank eines „gratis“ Duschgels verschmerzen.

Für’s Merchandise wurden die limitierten Shirts abgeschafft und ein Shop erstellt, in dem man einen QR-Code generieren lassen konnte, um den langen Warteschlangen entgegenzuwirken. Leider funktionierte das Auslesen vor Ort dann nicht aber die Idee ist super und nächstes Jahr klappt’s bestimmt besser!

Diese Gesamtumstände machen den Musik- und auch Essensgenuss sehr komfortabel und das lob ich mir sehr!

Quak quak quak

Wer ist denn das auf dem Foto? Das ist die Ente Egbert. Sie ist gerade erst geschlüpft und schon durfte sie mit uns reisen. Ihre talentierte Schöpferin findet man auf Instagram (blackhatllama)!

Einmal kurz auskotzen …

Die gelebte Toleranz hinsichtlich Geschlecht, Herkunft, Religion und was nicht noch allem ist wirklich toll, hört aber bei Einigen beim Thema ESSEN auf!

Was ist eigentlich los mit Leuten, die durch Camps spazieren, auschecken was auf den Grills und Tellern liegt und dann erstmal einen Monolog darüber halten (keinen guten Monolog, wie er hier zu finden ist), was das für’n Scheiß ist, den man da isst? Ich kann nur wärmstens empfehlen, mal ein Buch aufzuschlagen oder sich ins World Wide Web zu begeben, um sich etwas Bildung anzueignen.

Zur Geschichte: ein sehr kommunikativer Mensch teilte uns äußerst engagiert mit, dass wegen unseres Tofus am Grill der Regenwald gerodet wird. Man konnte ihn leider nicht unterbrechen in seinen abenteuerlichen Ausführungen, auch die Verpackung des Tofus, auf der stand „mit Tofu aus Deutschland, Österreich und Frankreich“, konnten ihn nicht stoppen. Daher kurz als Info: der zerstörerische Soja-Anbau ist für Tierfutter bestimmt! Ein Drittel (!) aller landwirtschaftlichen Flächen weltweit wird für den Anbau von Tierfutter verwendet, 2015 lag in der EU der durchschnittliche Fleischverzehr pro Kopf bei 59 kg pro Jahr (das ist über ein Kilogramm Fleisch pro Woche und Person) und für diese 59 kg mussten 41,6 kg Soja PLUS weitere Futtermittel verfüttert werden. (Quelle)

Niemand erwartet, dass jeder alles weiß (geht ja auch gar nicht) – aber wenn man keine Ahnung hat, vielleicht einfach mal die Kresse halten!

Ich würde jetzt aber gerne mal über’s Essen sprechen!

Dieses Jahr konnte man sich bereits im Vorfeld mit der Breeze App über die Essensstände informieren. Viele vegan- und vegetarischlebende Menschlein dürfte das genauso gefreut haben wie mich! Das Angebot war reichlich und meist auch gut gekennzeichnet.

Es gab noch weitere vegane Optionen an verschiedenen Fressbuden, ich habe allerdings nur vier Stände getestet und machte mit meiner Wahl auch vier Glücksgriffe!

Mein absolutes Highlight waren die Spätzle mit Linsensoße sowie der Falafel Wrap vom Falafel Stand! Dazu gibt es nicht viel zu sagen… es war einfach köstlich und auch das Preis-Leistungs-Verhältnis hat gestimmt.

Auch ein bisschen schwarz darf natürlich nicht fehlen – das bekam man dieses Jahr neben den Pommes sogar in drei veganen Burger-Varianten! Der Beyond Meat Burger war sehr schnell ausverkauft, wie ich hörte. Da ich diesen aber bereits aus meiner eigenen Kombüse kannte (und für ausserordentlich gut befunden habe), entschied ich mich ohnehin für den Kürbispattie mit Chiasamen. Sehr lecker, geschmacklich mal was anderes aber eben ein klassisches, weiches Gemüsepattie. Dazu gab’s Pommes mit Ketchup und scharfer Sriracha Soße – Arrr! (Die Lebensmittel sind mit medizinischer Pflanzenkohle eingefärbt.)

Beim orientalischen Streetfood konnte ich nicht umhin, den Probierteller zu bestellen. Es war kein Problem, das Fleisch und die Joghurtsoße gegen einen Preisnachlass wegzulassen. Besonders interessiert hat mich das ägypische Koshari, das ich bei Gelegenheit mal nachkochen möchte, um zu sehen, ob da geschmacklich nicht noch mehr geht als auf dem Probierteller. Der Rote Bete Salat schmeckte wie gekaufter Rote Bete Salat aus dem Glas halt so schmeckt, auch der Couscous Salat war eher etwas fad. Hervorragend hingegen waren die Falafeln, die Sesamsoße und der Hummus!

Der Falafel-Wrap von diesem Stand konnte nicht ansatzweise mit dem oben erwähnten mithalten, war aber ebenfalls lecker.

In dem größeren Supermarkt erfreute ich mich über den Anblick der vielen veganen Optionen! (Der kleinere hatte hingegen generell nur wenig Auswahl)

Selbstversorgung

Um nicht noch das letzte Gold aus der Schatzkammer auszugeben aber auch um der Gemütlichkeit willen, wurde auch tüchtig im Heimathafen (am Campingplatz) gekocht und gespeist. Wir fanden es ganz amüsant, ein Töpfchen Dill und Salbei mitzubringen und auch die Crew hatte unabgesprochenerweise Kresse dabei. Wir blickten in die Nachbar-Camps und entdeckten neben Zimmerpflanzen noch weitere Kräuterfans – und wir waren nicht am Green-Camping!

Vom Grill:

(bei uns wird Egbert nicht gegrillt, dafür aber Kurkuma Tofu und Mais)

Mit dem Gaskocher:

Instant Food:

Sonstiges:

Wenn Obst mal in der Speiseröhre brennt, hat man was richtig gemacht.

mein Smutje über die Rumäpfel

Im EMP Backstage Club, der auch auf dem Summer Breeze anwesend ist, gab es dieses Jahr unter anderem als Freebie Pechkekse – vegane Pechkekse! Juhu!


Sicherlich ist die Musikbeschallung auf einem Festival für die heimischen Lebewesen nicht so berauschend, deshalb tut man eben was man kann und versucht mit möglichst großer Achtsamkeit seine Tage zu verbringen. Unsere unterirdischen Nachbarn, die Wühlmäuse, durften sich an den Resten von Gurke und Maiskolben erfreuen und auch ein zahmer Grashüpfer verweilte ein Stündchen bei uns. Die Wespe, die den Bembel aus dem Trinkhorn eines Matrosen stibitzen wollte, wurde fast unzerkaut wieder in die Freiheit entlassen. Und schließlich wurde unser Camp müllfrei verlassen.

Danksagung

Die Crew war wieder mal unübertroffen: bestens vorbereitet, guter Laune und immer mit einer Fotografier-Maschine ausgestattet!

Ein besonderer Dank auch an die Dame, die einem unserer Matrosen den unendlichen Schluckauf nehmen konnte – das gleichzeitige Zuhalten von Ohren (mit den Daumen) und Nasenlöcher (mit den kleinen Fingern) entfaltete bereits nach wenigen Sekunden seine Wirkung!

So viel zum Geschmack im Mund…

…abschließend noch was zum Geschmack im Ohr

Besonderen Anklang fanden folgende Bands bei mir (beim SBOA19):

  • Skindred
  • Avatar
  • Harpyie
  • Zeal & Ardor
  • Equilibrium
  • Knasterbart
  • Skálmöld
  • Versengold

…und sie kehrten zurück auf ihr Schiff, mit Freude erwartend, wohin Wind und Meer sie tragen mögen…

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